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12.7.2020 : 2:22

Ausführliche Meldung

Schmerzende Zehen und rollender Weinkeller

(ppp) Sturm und Nässe, die Skater bleiben deshalb im Rucksack - gleich der l. Tag seiner Pilgerreise bringt für Johann Jotzo einen zwölfstündigen Härtetest, bei dem er, durchnässt und verschmutzt, sich die Frage stellt: Ist das richtig, was du machst? 39 Tage später, 8. Juni, Pfingstsonntag und Jotzos 70. Geburtstag: Der Hechtsheimer besucht in Loben einen Gottesdienst in deutscher Sprache, anschließend gibt er ein Zeitungs- und Rundfunkinterview. Dann auf die Skater - noch 3 Kilometer. Nach drei Stunden erreicht der Pilger sein Ziel: seinen Heimatort Funken. Als Jotzo das Ortsschild sieht, sinkt er zu Boden. Er lässt seinen Tranen freien Lauf und dankt Gott für die hinter ihm liegende sturzfreie Pilgerreise. "Meine Begleiter haben mich ausheulen lassen." Während er langsam durch das Dorf geht, bläst sein Begleiter Hermann Volkmer das Jagdhorn. Jotzo wird von vielen Freunden in Empfang genommen.

Zwischen Mainzer Rathaus, vor dem er am 30. April feierlich verabschiedet wurde, und dem heimatlichen Ortsschild: 1.630 Kilometer. Zwei Drittel der Strecke ist der Pilger gerollt. Selbst in Polen kam er schnell voran, da die Straßen besser waren als angenommen. Doch die Schnelligkeit hatte auch ihren Preis: Jotzos Zehen schmerzten fürchterlich. Seine Erkenntnis: Für lange Strecken sind die Skater nicht geeignet. Die längste der 40 Etappen: 85 Kilometer. Skater-feindlich war die Rhön mit ihren jähen Steigungen, das Gegenteil der Thüringer Wald. Die schönste Landschaft? Die Masuren - Wald, Wasser, sanfte Hügel, Störche, Ruhe ausstrahlend.

Eine große Erleichterung für den Pilger: Das Begleitfahrzeug transportierte den Rucksack - und den Weinkeller, mit dessen Bestand und guten Gesprächen mit seinen Begleitern Jotzo den Tag ausklingen lässt ("gelebte Ökumene"). Häufig versammelte sich auch größeres Publikum. Möglich waren die abendlichen Veranstaltungen, weil Jotzo seine Tagesetappen wesentlich schneller hinter sich brachte als berechnet.

Doch Johann Jotzo, der insgesamt fünf CVJM-Vereine gründete, in 20 anderen Vereinen aktives Mitglied ist, in zehn Vorständen und drei Vorständen Verantwortung trägt, wäre nicht Johann Jotzo, wenn diese Tour nur eine sportlich-touristische Seite gehabt hätte. Die Pilgerreise soll neben dem Dank für die 70 Jahre vor allem der Öffentlichkeitsarbeit der von ihm schon vor Jahren gegründeten Johann-Jotzo-Stiftung dienen, die sich der Unterstützung der christlichen Jugendarbeit in Mainz verpflichtet weiß. "Ich freue mich über jeden Euro."

Johann-Jotzo-Stiftung,Mainzer VolksbankKto-Nr. 395 040 017BLZ 551 900 00.

04.07.2003 09:00 Alter: 17 Jahre